29. April 2012

Leben und Sterben in Deutschland

DVD | »Derrick« von Herbert Reinecker (Folgen 16 bis 30 1976/1977)

»Eine träge Abhängigkeit scheint die Republik an Reineckers Ware zu ketten.« (Stefan Ertl / Rainer Knepperges)

R Regie | D Darsteller (in allen Folgen: Horst Tappert und Fritz Wepper) | E Erstausstrahlung | +++ ausgezeichnet | ++ sehenswert | + mäßig

Tod der Kolibris
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Dietrich Haugk D Ernst Schröder, Sylvia Manas, Edith Heerdegen, Paul Bürks E 11. Januar 1976 | Ein beschickertes Pärchen findet im Kofferraum seines Wagens eine asiatischen Frauenleiche, die ihnen offenbar untergeschoben wurde, während sie sich auf einer Party amüsierten. Ein anonymer Anruf führt die Ermittler in eine herrschaftliche Villa, wo der soignierte Unternehmer Dr. Scheibnitz (Schröder) mit seiner körperlich behinderten, latent depressiven Tochter Anita (Manas) lebt. Wie sich herausstellt, schlägt der Geschäftemacher seinen Profit nicht nur aus der (legalen) Verschandelung der Stadt durch gesichtslose Betonblöcke sondern, indirekt, auch aus dem (strafbaren) Import von weiblichem Menschenmaterial zur Verwertung in der örtlichen Sexindustrie. Die invalide Anita erscheint wie die Personifizierung von verdrängten Schuldgefühlen, wie eine ständige, schmerzvolle Erinnerung an das Leid, das der ehrenwerte Geldmann in die Welt trägt. | ++

Tod des Trompeters
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Zbynek Brynych D Bernd Herberger, Bernd Herzsprung, Sabine von Maydell, Sky Dumont E 8. Februar 1976 | »Ohne dich ist es Nacht / Ohne dich …« Eine Gruppe junger Leute, die gemeinsam Musik machen, entführt den Supermarkt-Unternehmer Schrahl. (Theo Albrecht läßt grüßen.) Einer, der nicht mitmachen will, der die anderen an die Polizei zu verraten droht, findet den Tod. Die Menschenräuber handeln ohne ideologische Motivation im Auftrag des organisierten Verbrechens; es geht ihnen nicht um revolutionäre Zeichensetzung sondern ums Geld für die neue Verstärkeranlage, mithin um künstlerische Selbstverwirklichung. Vielleicht spiegelt sich im asozialen Kalkül der Täter ein gesellschaftlicher Zustand zwischen allgemeinem gesellschaftspolitischen Verdruß und radikalem Rückzug auf private Positionen. »Viel versprachst du mir / In der Einsamkeit. / Schön war diese Zeit.« | ++

Angst
R Theodor Grädler D Hans Dieter Zeidler, Heidelinde Weis, Uschi Glas, Bernd Herzsprung E 7. März 1976 | Dr. Hertel (Zeidler) erwürgt seine junge Geliebte (Glas), weil sie ihm den Laufpaß geben will – einen tyrannischen Egozentriker verläßt man nicht! Seine verhuscht-kleinlaute Gattin Franzsika (Weis) nötigt der chauvinistische Mörder, ihm ein Alibi zu verschaffen. Doch im Moment, da eine Armbanduhr, das Indiz, das den Täter verraten könnte, in die Hände der Ehefrau gelangt, bricht der (kurze) Herbst des Patriarchen an. Das hergebrachte Macht- und Angstgefüge der Beziehung beginnt zu bröckeln: Die Panik, auf deren Verbreitung er seine totale Herrschaft gründete, trifft Dr. Hertel wie ein Bumerang. Der eisig-brutale Befreiungsschlag, den der hysterisierte Autokrat schließlich führt, ist denn auch so kopf- wie nutzlos. Angst essen Seele auf. | +++ 

Tote Vögel singen nicht
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Alfred Vohrer D Hans Korte, Hans Caninenberg, Doris Kunstmann, Tilly Lauenstein, Harald Leipnitz, Lola Müthel E 24. April 1976 | Aus einem Koffer auf der Müllkippe purzelt die Leiche eines ermordeten Mädchens. Der unappetitliche Todesfall eröffnet eine Reihe weiterer Bluttaten, die sich im Umfeld des leutselig wirkenden Rotlicht-Fürsten Malenke (Korte) ereignen – die Variationsbreite der Tötungsarten reicht von Erschießen über Erstechen bis hin zum Ersäufen im Moorbad. Zwischen krimineller Ereignisdichte, ironischem Spielwitz und diversen Schußwechseln bleibt Raum für prägnante Charakterstudien: Da sind ein ehrvergessener Anwalt (Caninenberg) und seine ausgekochte Exfrau (Müthel), eine gleichgültige Zimmerwirtin (Lauenstein) und ihre verzweifelt-frivole Tochter (Kunstmann), kalte Killer und aalglatte Nachtclubpächter – sie alle leben hinter einer potemkinschen Fassade der Achtbarkeit, die zu böser Letzt umfällt wie ein morscher Bretterzaun, um den Blick freizugeben auf den großen Puff, den diese beste aller Welten darstellt. | +++

Schock
R Alfred Vohrer D Vadim Glowna, Karin Baal, Dirk Galuba, Johanna von Koczian E 5. Mai 1976 | Recke (Glowna), ein linkischer Autoknacker, erschießt im Affekt den Besitzer einer Luxuskarosse. Dessen zehnjähriger Sohn muß den Mord mitansehen – und verstummt in Schockstarre. Der Todeschütze scheint kaum weniger erschüttert als der Beobachter der Tat. Reckes hochkrimineller Chef Lusseck (Galuba) fürchtet (zu Recht), daß der Täter die Nerven verlieren und der Augenzeuge seine Stimme wiederfinden könnte – während Reckes, um das Schicksal ihres desolaten Mannes besorgte, Ehefrau (Baal) den eigenen zehnjährigen Jungen ausschickt, damit er den gleichaltrigen Hinterbliebenen des Opfers aushorche. Der Fall endet in reziproker Schuld-und-Sühne-Symmetrie: Ein Sohn hat seinen Vater verloren – ein Vater muß seinen Sohn verlieren. PS: Noch ein Schock: Zweiter Auftritt von Derricks Freundin. | ++

Kalkutta
R Alfred Weidenmann D Pinkas Braun, Karl Michael Vogler, Eva Christian, Walter Bluhm, Richard Münch E 30. Mai 1976 | Eine Frau rennt vor ein Auto und stirbt – kurz zuvor hatte sie noch aus der schicken Flamingo-Bar die Polizei um Hilfe antelefoniert: Sie sei in Lebensgefahr. Hinter den Kulissen des Nobelschuppens, wo ominöse Toilettenfrauen und scheinheilige Garderobenwärterinnen ihr Wesen treiben, lockt, wie sich herausstellt, ein illegales Spielcasino Schöne und Reiche, die nach verbotenen Abenteuern dürsten. Doch dies ist nicht die einzige gesetzesbrecherische Aktivität, die den mabusehaften Dunkelmann Keppler (Vogler) umtreibt: In einem Altersheim der Luxusklasse zieht er wohlstandssatten Senioren das Geld aus der Tasche, indem er sie bei regelmäßigen Filmschauen mit Hungerbildern aus Indien konfrontiert. Ob Ennui der Überflußgesellschaft oder Sühnebedürfnis ihres schlechten Gewissens – der psychologisch versierte Geschäftsmann weiß, seine saturierten Pappenheimer dort abzuholen, wo sie stehen. | ++

Kein schöner Sonntag
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Leopold Lindtberg D Ullrich Haupt, Andreas Seyferth, Henning Schlüter, Johanna Hofer E 27. Juni 1976 | Der Generationenvertrag als Familienthriller: Vater Schirmer (Haupt), ein äußerlich pflichteifriger Prokurist, beging, weil er den Seinen einen gehobenen Lebensstandard bieten wollte, Unterschlagungen im sechsstelligen D-Mark-Bereich; um diese irreguläre Aneignung zu vertuschen, knackt dessen guter, aber dilettantischer Sohn (Seyferth) den prall gefüllten Firmensafe. Das sorgsam konstruierte Alibi gerät ins Wanken, als überraschend ein Nachtwächter auftaucht, den der technisch perfekt instruierte, innerlich jedoch ungerüstete Einbrecher im Zweikampf tödlich verletzt. Schirmer junior wird von moralischem Katzenjammer überfallen, womit die existentielle Verunsicherung der Nachwachsenden zum Ausdruck kommt. Die Alten konnten sich derartig selbstquälerische Sentimentalität nicht leisten: »Wir haben ganz andere Sachen vergessen müssen.« | ++

Auf eigene Faust
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Zbynek Brynych D Horst Frank, Karl John, Helmut Käutner, Siegfried Rauch E 11. Juli 1976 | Geld oder Leben! Oder beides. Der Kriminalbeamte Winterstein (Rauch) wird auf offener Straße erschossen – er war einer Falschmünzerbande auf der Spur und im Weg. Unterstützung erhielt der spröde Einzelgänger lediglich von seinem pensionierten Kollegen Euler (John), der im Fälscher den schöpferischen Visionär erkennt: »Geld so viel man will. Das Leben, das man dafür kaufen kann. Für etwas, das nichts wert ist.« Vom billigen Reichtum phantasierte auch der kriminelle Lebemann Schenke (Frank), der nun, vorzeitig aus der Haft entlassen, die stockenden Ermittlungen unterstützt. Menschen wie er – oder wie der alte Gauner Duktus (Käutner) – stemmen sich gegen das Gesetz des Geldes, das die Welt zum Rechenexempel degradiert. Mit ihren Blütenträumen von der selbstgedruckten Freiheit kommen sie gegen die, wie es scheint, ewige Realität des Mammons freilich nicht an. | +++ 

Ein unbegreiflicher Typ
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Theodor Grädler D Carl-Heinz Schroth, Hilde Krahl, Jürgen Goslar, Hans-Michael Rehberg, Walter Gross E 25. Juli 1976 | Koller (Schroth), ein freundlicher älterer Herr, tauscht ein Schriftstück gegen einen Koffer mit einer halben Million D-Mark. Sein Geschäftspartner Schündler (Goslar) bewahrt nur mühsam die wohlerzogene Fassung. Der Killer, der dem gewieften Senioren nachgeschickt wird, erwischt einen anderen Mann, den das potentielle Opfer in weiser Voraussicht an eigener Statt in Abschußposition brachte. Die herzlose Transaktion erweist sich als erpresserischer Handel unter Agenten: Koller, grau und müde geworden im ewigen Zwielicht des nichtöffentlichen Dienstes, will seinen Lebensabend absichern. Er gedenkt, seine alten Tage an der Seite von Frau Bösenhaupt (Krahl) zu verbringen, der Mutter seiner Tochter, die er vor 20 Jahren verließ. Doch vergangene Zeiten kehren niemals wieder, nur einmal blühet des Lebens Mai – der verlorene Gatte, der verlorene Vater, er bleibt ein Fremder, der für seine Sünden keine Vergebung erhält. | ++

Das Bordfest
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Alfred Weidenmann D Ernst Schröder, Judy Winter, Mathieu Carrière, Walter Schmidinger, Wolfgang Reichmann E 8. August 1976 | Eine Konfektionsfirma feiert ihr Jahresfest mit einer sommerlichen Schiffspartie über den Starnberger See. Kettwig (Reichmann), einer der beiden Chefs, geht unterwegs mit einem Messer im Rücken über Bord. Tatmotive gibt es reichlich: Kompagnon Solms (Schröder) stand vor der Entlassung, weil dessen Sohn Walter (Carrière) eine Affäre mit Kettwigs junger Gattin hatte. Während der Ermordete als eher bedächtiger Zeitgenosse galt, vibriert sein überlebender Partner vor unternehmerischer Energie – das heiße Blut des geborenen Entrepreneurs belebte, wie Solms’ desillusionierte Ehefrau (Winter) zu berichten weiß, neben dem Geschäft auch die intimen Kontakte zwischen Kapital und Arbeit. Die Verquickung von sozialem Engagement und erotischem Interesse schuf ein gewittriges Betriebsklima, das schließlich zu tragischer Entladung fand. | ++

Das Superding
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Wolfgang Becker D Horst Buchholz, Gottfried John, Christine Schuberth, Ullrich Haupt, Fritz Hakl E 5. September 1976 | Direktor Veicht (Haupt) erhält die telefonische Mitteilung, daß der Tresorraum seine Geldhauses auf spektakuläre Weise ausgeraubt werden solle. Bevor er Details verraten kann, stirbt der Informant im Kugelhagel vor dem Portal des privaten Kreditinstitutes. Recherchen im, recht liederlichen, Umfeld des Toten führen in einen hippen Rockschuppen vis à vis der Bank. Von hier aus führt Clubbesitzer Gerke (Buchholz), ein ehemaliger Mathematiklehrer, der infolge eines Unfalls Konzentrationsfähigkeit und bürgerlichen Beruf verlor, den Beweis, daß es mit seiner Intelligenz immer noch zum Besten bestellt ist. Die Fähigkeit zum Verbrechen als Ausdruck geistiger Gesundheit! Während Gogo-Girls im Takt der stampfenden Musik ihre Brüste wippen lassen, wird hinter den glitzernden Discokulissen hart am Durchbruch zum ganz großen Geld gearbeitet – den schließlich der sehr kleine Herr Kranz (Hakl) ermöglicht. | +++

Risiko
R Franz Peter Wirth D Wolfgang Müller, Christian Reiner, Kristina Nel, Günther Ungeheuer E 19. September 1976 | »Das Fürchten, das sollst du schon lernen, aber dein Brot wirst du damit nicht verdienen.« Was sich die Alten schwer erarbeiten mußten, bekommen die Jungen spendiert – doch die Freude am anstrengungslos Erworbenen bleibt ohne lange Wirkung. Horst (Reiner) und Alex (Müller), Gymnasiasten, unzertrennliche Freunde, Söhne vermögender Väter, brausen auf geschenkten Motorrädern durch die schönen Nächte eines reichen Landes. Der Fahrtwind ist ihnen bald nicht mehr nicht genug – sie jagen nach Freiheit und Risiko, sie wollen sich spüren in Augenblicken blanker Gefahr, sie suchen das Leben und finden den Tod. Die Konsumgesellschaft zeigt ihr Janusgesicht: Zerstreuungssucht schlägt um in Zerstörungslust, und was kälberiges Abenteuer war, ist plötzlich ausgewachsenes Verbrechen. | ++

Pecko
R Zbynek Brynych D Pierre Franckh, Karl Walter Diess, Harald Juhnke, Stefan Behrens, Alexander Malachowsky E 3. Oktober 1976 | Ein verlor'nes Herz / bleibt für immer leer.« Ein Junge will nach oben. Pecko (Franckh) träumt davon, Weltmeister im Radball zu werden. Er will der Welt ein Spektakel bieten. Denn die Welt verlangt danach. Mit seinen Kumpels trainiert er wie ein Besessener. Eines Tages fliegt der Ball über eine Mauer in den nächsten Hof. Pecko springt hinterher und sieht wie ein Mädchen aus einem Hausflur taumelt. Sie schreit um Hilfe. Sie hat ein Messer im Rücken. Sie stirbt. Pecko behauptet, den Mörder nicht erkannt zu haben. Da sei nur ein Schatten gewesen, der verschwand. Auch die Tote träumte vom Erfolg. Sie tanzte Ballett, war gebucht für eine Tournee: Die Agentur des flotten Herrn Prinx (Juhnke), für den auch Peckos älterer Bruder Horst (Diess) arbeitet, legte ihr die Welt zu Füßen. Doch das Glücksversprechen bedeutete nicht Fortkommen sondern Endstation. Die Welt, das wird Pecko lernen, begünstigt nicht jene, die für etwas brennen, sie beloht die kalten Herzen. Pecko! | ++

Der Mann aus Portofino
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Dietrich Haugk D Kurt Meisel, Reinhard Kolldehoff, Alexander Golling, Amedeo Nazzari E 28. November 1976 | Spektakuläre Befreiung eines Untersuchungshäftlings aus dem Gerichtsgebäude! Kurze Zeit später wird der Flüchtige gefunden: erschossen an der Isar. Gesessen hatte er wegen einer Lappalie: Autodiebstahl. Der Alfa Romeo, mit dem er erwischt worden war, gehörte einem Dr. Pinaldi (Nazzari) aus Portofino. Im tristen deutschen Herbst hatte der gebrechliche Italiener Urlaub in einem Hotel auf dem Lande gemacht und war bei einem Ausflug zu einem nahgelegenen Gutshof verschwunden. Der zerstreute Herr von Parenge (Meisel), der ungehobelte Verwalter Kremp (Kolldehoff), der bärbeißige Pächter Bachler (Golling), sie alle leugnen, den Vermißten gesehen zu haben – aber die Art, wie sie es tun, läßt tief blicken: bis in den Kern einer Schuld, die diese Männer verbindet, bis in den Abgrund einer Ehre, die immer noch Treue heißt, bis auf den blutigen Boden des Meeres bei Portofino. | +++

Yellow He
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Zbynek Brynych D Martin Semmelrogge, Susanne Beck, Volker Eckstein, Maria Schell, Karl Lieffen E 23. Januar 1977 | »Bei mir bist du schoen / Please let me explain …« Eine proppenvolle Disco. Spot an: Auftritt der exaltierten Yellow He (Beck). Sie greift sich den stotternden Ali (Semmelrogge), tanzt mit ihm, nimmt ihn mit nach Hause, und am nächsten Morgen, beim Frühtück im Bett, macht sie ihm einen Heiratsantrag. Zur selben Zeit wird Alis Onkel erschossen. Dessen Witwe (Schell), dessen Bruder (Lieffen) sind ratlos aber nicht gerade am Boden zerstört. Der Tote war ein Alleinherrscher, in der Familie und im Familienunternehmen, das nun die allzu sanfte Witwe und der bislang zurüchgesetzte Bruder führen werden. Ali aber kümmert sich nicht um die Zukunft der Dynastie, er hat nur Sinn für Freundin, Braut, Ehefrau Yellow He, die ihrerseits lüsterne Blicke auf Alis besten Freund Benocha (Eckstein) richtet, der seinerseits von Alis Villa, Garten und zu erwartendem Vermögen träumt: »I've tried to explain / Bei mir bist du schoen / So kiss me and say that you will understand.« | +++

»Mensch zu sein ist ein unmöglicher Zustand.« (Herbert Reinecker)

Fortsetzung folgt …

Kommentare:

  1. im Umfeld des leutselig wirkenden Rotlicht-Fürsten Malenke

    Der zerstreute Herr von Parenge


    Ha, da sind sie wieder, die dreisilbigen Namen, die auf "e" enden, und die meist negativ konnotiert sind: Kopeke, Boszilke, Barbosse, Laganke, Kubelke, Bassenge, Halonde etc. (alle aus dem KOMMISSAR). Reinecker hatte irgendwie einen Narren daran gefressen.

    An Pierre Franckhs Dackelblick und Blondie Susanne Beck erinnere ich mich noch von der Erstausstrahlung her (wahrscheinlich hab ich einige weitere damals auch schon gesehen), und 3 oder 4 dieser Folgen hab ich vor Jahren in der einen oder anderen "Derrick-Nacht" gesehen, wo immer gleich mehrere Folgen hintereinander liefen. Besonders Horst Buchholz und Helmut Käutner sind mir daraus in Erinnerung. - Es fällt Ringelmanns Kontinuität in der Besetzungspolitik auf. In jeder dieser 15 Folgen, ohne Ausnahme, hat mindestens einer der Hauptdarsteller (oft mehrere) auch schon eine Hauptrolle im Kommissar gespielt.

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  2. Über Namen bei Reinecker könnte man ein längeres Kapitel schreiben. Vielleicht benutzt er sie als Mittel der Verfremdung. Klingt alles so ostdeutsch, als würden die Geschichten irgendwo zwischen Oder und Weichsel spielen und nicht in München. 

    Bei der Besetzung fiel mir auch eine gewisse Schnittmenge mit Fassbinder auf: Peter Chatel, Günther Kaufmann, Peter Moland, Lilith Ungerer, Klaus Löwitsch, Gottfried John waren dabei.

    Ich bin jetzt übrigens doch süchtig geworden und pfeife mir auch noch die dritte Box ein… :)

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